23. / 24.01.12 – Neu auf dem Wunschzettel

Dieses Mal sind wieder gleich zwei Bücher auf den Wunschzettel gewandert:

Feed – Viruszone (Mira Grant)

Im Jahr 2014 geschieht das Unbegreifliche: Künstlich hergestellte Viren entweichen aus einem Labor und verbinden sich zu einem neuen Krankheitserreger, der die Toten zum Leben erweckt. Millionen Menschen sterben, als eine Flut von Zombies die ganze Welt überrennt. Zwanzig Jahre nach dem Ausbruch sind die Internetblogger Georgia und Shaun Mason auf der Suche nach den Hintergründen der Epidemie. Als Senator Peter Ryman sie bittet, ihn bei seiner Wahlkampagne zu begleiten, sagen die beiden sofort zu. Doch dann kommt es zu einem Zombie-Angriff, der eindeutig auf Sabotage zurückzuführen ist. Eine gefährliche Jagd beginnt …

Ja, es ist von Egmont Lyx, mit dem ich in erster Linie übersinnliche Herz-Schmerz-Bücher verbinde. Aber es klingt inhaltlich nicht danach. Und irgendwie stelle ich es mir auch irre schwer vor, Zombies zu Protagonisten romantischer Storys zu machen ;) Damit ist das Buch ganz klar vorgemerkt!


Unter aller Sau – Kriminalroman (Christian Limmer)

Das kleine Örtchen Niedernussdorf wird aus seiner beschaulichen Idylle gerissen, als die beiden Polizisten Erwin und Richie eine tote Frau im Wald entdecken. Der ewig bekiffte Richie will mit einem Mord nichts zu tun haben und die Leiche in die Nachbargemeinde verfrachten. Sollen die sich doch damit herumschlagen! Doch Erwin, ein geistiger Tiefflieger, meldet die Tote, pflichtbewusst. Dienststellenleiterin Gisela Wegmeyer benachrichtigt ihrerseits – wenn auch widerwillig – die Mordkommission in Straubing. Und es kommt wie befürchtet: Hauptkommissar Lederer ermittelt. Seine Markenzeichen: abgewetzter Ledermantel, Cowboystiefel aus Straußenleder und Pornoschnauzer – der schönste Polizist Niederbayerns, seiner Meinung nach. Mit seinen unnachahmlichen Ermittlungsmethoden verbreitet er Angst und Schrecken in der Bevölkerung. Jeder potenzielle Mörder soll wissen, dass mit ihm nicht zu spaßen ist! Soll die Tote doch im »Paradies« gearbeitet haben, einem als Kosmetiksalon getarnten Bordell voller rumänischer Edelnutten. Doch auch Gisela greift schließlich zusammen mit den Frauen Niedernussdorfs zu Methoden, die an Bauernschläue und Hinterfotzigkeit nicht zu überbieten sind…

Ich bin so leicht dranzukriegen. Lasst einen Krimi in Deutschland spielen, noch dazu einen Regionalkrimi, am liebsten mit sehr ländlichem Schauplatz und…setzt ein solch goldiges „Rüsseltier“ auf das Cover!
Ich quietsche jedes Mal wieder verliebt drauflos, wenn ich mir das Cover von „Unter aller Sau“ nur ansehe. Da darf es gerne flugs März werden…

24.01.12 – Neu im Regal

Dieses Buch wurde mir freundlicherweise vom dtv zur Verfügung gestellt.
Mich sprachen das Cover und der Inhalt sofort an als ich es dort entdeckte.
Es erinnert mich an „Lilienblut“, das ja eines meiner absoluten Lieblingsbücher ist.

Todesblüten (Ulrike Rylance)

Ferien auf einem Hausboot, ohne Eltern, nur mit ihren Freunden. Für Clara geht ein Traum in Erfüllung. Der wird allerdings ganz schnell zum Albtraum, als die Leiche eines Mädchens im Wasser vorbeitreibt. Wenig später verschwindet auch noch ihre beste Freundin. Am liebsten würde Clara ihren Urlaub sofort abbrechen – doch vorher will sie herausfinden, was hier gespielt wird. Das hätte sie lieber nicht gemacht!

Rezension – Sommersaat (Tanja Weber)

Eine grausam schöne Idylle Germerow ist ein harmloses Dorf vor den Toren Berlins. Dorthin hat sich Johannes Stifter zurückgezogen. An den Ufern eines klaren Sees sucht er Ruhe und Frieden. Er will über Foucault promovieren und ein unaufgeregtes Leben als Postbote führen. Doch ein bestialischer Mord sucht Germerow heim, und Stifter ist plötzlich Verdächtiger und Ermittler in einer Person. Er muss sich eingestehen, dass er sein Dorf nicht kennt und dass seine Bewohner alte Schuld und neue Geheimnisse vor ihm verbergen.

Manchmal gerät man auch Dank falscher Erwartungen an ein wirklich gutes Buch. So geschehen bei „Sommersaat“, für das ich mich nur deshalb interessiert hatte, weil es vom Klappentext her so klang als ginge es vom Genre her in meine derzeit liebste Richtung: die der Regionalkrimis.
Das war ein Irrtum, wie ich schnell feststellen musste. Dabei spielt der Handlungsort hier durchaus eine wichtige Rolle. Germerow, ein kleines Dorf nahe Berlin, das auf den ersten Blick so richtig verschlafen und absolut harmlos wirkt. Tanja Weber gelingt es wirklich sehr gut, dem Leser diesen Eindruck von diesem Ort zu vermitteln, indem sie die sandigen Straßen, die gartenhausähnlichen Häuser, den Wald und den nahen See und natürlich auch die Leute dort anschaulich und recht detailliert beschreibt.
Da ich vor Längerem etwa ein Jahr häufiger in Brandenburg war und auch solche Orte bzw Siedlungen kennengelernt habe, konnte ich mir Germerow umso besser vorstellen. Es wirkt anfangs so wirklich einfach nur idyllisch.
Doch sehr bald macht sich Unruhe im Ort breit, denn am See wird die Leiche eines Mannes gefunden. Es ist der ehemalige  Partner einer jungen Frau aus dem Dorf, die mit ihren drei Kindern von verschiedenen Vätern alleine dort lebt. Gefunden wird er von Johannes Stifter, dem Postboten von Germerow, der so schnell in Verdacht gerät, etwas mit dem Tod des Mannes zu tun zu haben. Die Idylle bekommt ihre ersten Risse, und es folgen noch zahlreiche Risse mehr, denn der Mord zieht ungeahnt weite Kreise. Die stellen nicht nur Stifters Eindruck von Germerow, sondern auch den des Lesers ordentlich auf den Kopf. Die Richtung, die dieser Krimi schließlich einschlägt, hatte ich so beim besten Willen nicht erwartet. Nicht, weil das Verbrechen und sein Hintergrund irgendwie abwegig oder unrealistisch sind, sondern weil es speziell vor diese Kulisse einfach nur grausig wirkt.
Gefreut hat mich dabei, dass -obwohl das Drumherum um den Mord weit über Germerows Grenzen hinaus reicht- die Handlung trotzdem überschaubar und gut zu verfolgen ist. Natürlich mischen bald mehr Charaktere mit als nur die Germerower und ja, der Mord ist letzlich nur die Spitze des Eisberges, aber man kann gut den Überblick über die Personen und die Zusammenhänge behalten. Das finde ich immer wichtig, denn für mich baut sich keine Spannung auf, wenn ich alle paar Kapitel zurückblättern oder überlegen muss, wer noch mal der und der war, und was er gemacht hat.
„Sommersaat“ fand ich dagegen auch durch diese Geradlinigkeit so spannend, dass ich es am liebsten in einem Rutsch gelesen hätte. Dass Stifter nicht der Mörder ist, das weiß man seit Anfang her, aber während man liest, hat man immer wieder einen anderen Verdächtigen und so wirklich ausschließen kann man bis zuletzt niemanden. Ich war mit meinem Verdacht ja leider ziemlich auf dem Holzweg ;)
Mit einer Sache bzw einer Person hatte ich aber doch meine Schwierigkeiten (und habe sie auch immer noch). Das ist leider auch noch die Hauptperson, nämlich Stifter. Zum einen ist er mir vom Wesen her viel zu ruhig. Er spricht nicht viel, er fühlt sich alleine in seiner Datsche am wohlsten, er möchte so gerne den Eindruck vom Heile-Welt-Germerow aufrechterhalten und ist zutiefst erschüttert darüber, dass das immer unmöglicher wird, und statt dass er -wenn es durchaus mal an der Zeit dafür wäre- ordentlich auf den Tisch haut, geht er lieber morgens um vier zum Abreagieren im See schwimmen oder ersäuft seinen Unwillen in Wein. Solch ein Wesen ist mir einfach zu fremd, als dass ich damit leicht warm werden könnte. Und zweitens sind mir Mittvierziger, die 22 Semester studiert haben, noch immer an der Doktorarbeit schreiben und noch nie richtig gearbeitet haben von Haus aus ziemlich suspekt.
Es sollen ja weitere Fälle für Stifter und den bayerischen Kommissar folgen und da wäre es mir schon lieb, aus Stifter würde irgendwann und irgendwie ein „richtiger Kerl“ werden ;)
Falls nicht, muss ich mich wohl endgültig so an ihn gewöhnen, und vielleicht klappt das ja auch. Den Büchern um ihn werde ich ganz sicher treu bleiben, von daher besteht berichtigte Hoffnung.

Wie gesagt, ich hätte „Sommersaat“ am liebsten in einem Rutsch gelesen. Das ging aber dann doch nicht, denn erstens lese ich meist abends und muss ja auch mal schlafen, und zweitens ist es auch nicht ganz einfach zu lesen. Und zwar in dem Sinne, dass es überwiegend schildernd geschrieben ist. Längere Dialog-Passagen, die zumindest mein Lesetempo beschleunigen, findet man hier nicht allzu häufig. Das ist kein Kritikpunkt, bitte nicht falsch verstehen, aber man muss sich mehr Zeit dafür nehmen und sich mehr konzentrieren. Beides lohnt sich bei diesem Buch aber auf jeden Fall!

Das Covermotiv mag jetzt nicht so der Reißer sein, aber ich finde, genau das macht hier den Reiz aus. So viel wunderschöner blauer Himmel über einer saftig grünen Wiese und einem idyllischen Häuschen…und dann das Wort „Kriminalfall“. Gegensätzlicher geht es kaum. Und genau dieser Gegensatz findet sich auch in der Geschichte wieder. Somit passen Covermotiv und Inhalt ganz ausgezeichnet zu einander.

Fazit: Mir hat „Sommersaat“ sehr gut gefallen. Ein sehr spannender Krimi, bei dem das Verbrechen speziell durch diesen so harmlosen und friedlichen Handlungsort noch mal eine ganze Spur abscheulicher wirkt als es ohnehin schon ist. Ausserdem hält „Sommersaat“ einen stetig neugierig darauf, welche Abgründe sich in Germerow noch auftun. So gelingt es ihm, dass man schnell jedem die Tat oder eine Beihilfe dazu zutraut, was den wesentlichen Teil der Spannung ausmacht.

Diese Rezension entstand im Rahmen des Amazon Vine Produkttester Programms!


Titel: Sommersaat
Autor: Tanja Weber
Seiten: 350
Verlag: AufbauVerlag
ISBN: 978-3351033613

Kommissar Seifferheld – Gewinnspiel – DER GEWINNER!

random.org hat soeben den Gewinner des Buch-Bundles ermittelt.

Gewonnen hat:

S. Mueller aus Berlin

Herzlichen Glückwunsch und viel Spass beim Lesen!

Die Bücher gehen in den nächsten Tagen auf die Reise!

Rezension – Nadel Faden Hackebeil – Ein neuer Fall für Kommissar Seifferheld (Tatjana Kruse)

Hauptkommissar a.D. Siggi Seifferheld greift erneut im idyllischen Schwäbisch Hall der Polizei unter die Arme. Der Landtagsabgeordnete Lambert von Bellingen wird bei einer Wahlveranstaltung ermordet auf einer Herrentoilette gefunden. Die Polizei geht von einem politisch motivierten Verbrechen aus. Seifferheld jedoch verfolgt eine andere Fährte. Und so schnüffelt der Kommissar im Unruhestand ein wenig im Privatleben des Toten herum und findet heraus, dass der Politiker eine Affäre mit der ortsansässigen Souvenirladenbesitzerin hatte.Um mit der Dame ins Gespräch zu kommen, will Seifferheld ihr seine Stickkissen zum Kommissionskauf anbieten. Doch als er den Laden betritt, entdeckt er sie mit zertrümmertem Gesicht hinter der Theke.

Über Band 1 der „Seifferheld“-Krimis habe ich ja noch gesagt, dass der Fall schon recht deutlich hinter Seifferhelds chaotischem Privatleben zurücksteht. Mich hat das aber nicht besonders gestört, dafür hat mir des Kommissars Familie zu viel Vergnügen bereitet. Trotzdem ist mir aber aufgefallen, dass der neue Fall deutlich zentraler gelagert ist und mehr von der Handlung in Anspruch nimmt. Das hat seltbstverständlich auch seine Vorteile. So kommt es nämlich, dass ich dieses Buch als wesentlich interessanter und spannender empfunden habe. Ich habe mich hier sogar dabei erwischt, wie ich ein wenig für mich mitgeknobelt habe, was da in Schwäbisch Hall los ist. Der Fall ist auch komplexer, reicht bis in die lokale Politik, was auch eine gewisse Ernsthaftigkeit zur Folge hat. Zuletzt sei noch lobend erwähnt, dass die Handlung sich nicht immer um Seifferheld herum abspielt. Es gibt Kapitel, die an anderen Schauplätzen spielen und wo andere Personen im Mittelpunkt stehen. Auch das ist etwas, was Band 2 vom ersten Teil abhebt und was für mich ein merklicher Schritt Richtung „echter“ Krimi ist.
ABER: wer -wie ich- so viel Spass am Chaos und den Trubel um Seifferheld und seine Lieben hatte…keine Sorge, auch davon wird wieder reichlich geboten. Ich glaube, ich habe bei „Nadel Faden Hackebeil“ noch ein paarmal mehr gelacht. In dieser Familie hat einfach ständig irgendwer einen Hammer auf Lager. Und die Familie hat hier sogar noch Zuwachs bekommen…also seid gespannt, was da alles los ist.
Das Ende hält einige Überraschungen bereit und ich muss sagen, ich habe mir schon so meine Gedanken gemacht als ich das Buch zugeklappt hatte. Aber ich will mal Vertrauen in Tatjana Kruse haben, dass sie uns den Chaotenhaufen aus dem gemütlichen Fachwerkhaus auch im nächsten Band nicht nimmt ;)

Wenn Lektüre so viel Spass macht und auch noch ganz spannend ist, dann ist ein Buch schnell gelesen. Ich habe mich wieder zusammenreißen müssen, es nicht in einem Rutsch zu lesen. Dabei verleiten alleine die Kapitelüberschriften schon wieder dazu, dass man sich sagt: komm, das Kapitel noch. Diese „Seifferheld“-Krimis lesen sich halt super leicht und vergnüglich, und in meinen Augen ist das einer der größten Pluspunkte an der Reihe.

Die Gartenzwerge scheinen wohl das Merkmal der Reihe zu sein. War es bei Band 1 nur einer, so bekommt man es bei dem Cover von Band 2 gleich mit drei dieser zipfelmützigen Gesellen zu tun. Dieses Mal bequem auf einem Zaun (oder in einem Blumenkasten?) sitzend. Einen Zusammenhang mit der Geschichte finde ich darin zwar nicht, aber das Cover ist so auf jeden Fall markant.

Fazit: „Nadel Faden Hackebeil“ ist deutlich mehr Krimi als der Vorgänger, was mir prima gefallen hat. Aber natürlich kommt auch der Spass nicht zu kurz. Ich habe wieder sehr häufig gelacht. Und das Ende hat mich zwar besorgt gestimmt, aber eben auch sehr neugierig auf Teil 3. Für alle, die sich auf wirklich humorvolle Krimis einlassen können, ist auch dieser Teil wieder eine klare Empfehlung!


Titel: Nadel Faden Hackebeil
Autor: Tatjana Kruse
Seiten: 336
Verlag: Knaur
ISBN: 978-3426504284

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